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White Pocket

Die
White Pocket ist ein aussergewoehnliches Gebiet mit skurilen Formen und
unglaublichen Farben und liegt im Vermillion Cliffs Wilderness NM in
Arizona, nahe der Grenze zu Utah. Die Anfahrt zu diesem
aussergewoehnlichen und sehr abgelegenen Gebiet ist nicht einfach und
sollte nur mit einem SUV mit hoher Bodenfreiheit und 4WD Antrieb, sowie
einem erfahrenen Fahrer unternommen werden. Sobald man mit einem Miet
SUV auf Strecken abseits von Teer unterwegs ist, erlischt jeglicher
Versicherungsschutz und alles Weitere geschieht auf eigene
Verantwortung. Darueber muss man sich unbedingt im Klaren sein. Auch
koennen sich Streckenbedingungen innerhalb kuerzester Zeit aendern bzw.
Unpassierbar werden. Von
daher
ist es zwingend erforderlich, sich vor der Fahrt zur White Pocket im
BLM Office ueber die aktuellen Strassenzustaende zu erkundigen.
Wie kommt man nun hin? Da das Gebiet nicht so einfach zu erreichen ist,
steht auf alle Faelle eine laengere Fahrt auf diversen Backroads an,
die teilweise sehr sandig sind. Von Page aus faehrt man auf der SR
89 nach Westen und biegt dann zwischen Milemarker
25 und 26
auf der linken Seite auf die Houserock Valley Road ab. Ein vorheriger
Stop bei der Paria Ranger Station, um sich ueber die aktuellen
Strassenzustaende zu erkundigen, sollte selbstverstaendlich sein. Die
Houserock Valley Road ist eine Dirtroad, die bei guten
Wetterbedingungen auch mit Pkws befahrbar ist und unter anderem auch
zum Trailhead fuer den Wirepass fuehrt, der gut 8 Meilen weiter
suedlich liegt.
Vom Wirepass Trailhead aus geht es weiter nach Sueden, vorbei an der
Arizona-Utah Stateline, an der sich auch ein kleiner primitiver
Campground befindet. Nun befindet man sich im Vermillion Cliffs NM.

8 Meilen nach dem Wirepass Parkplatz kommt linkerhand ein Abzweig zum
Lonetree Reservoir. Diesen kann man via Paw Hole nehmen, wovon ich aber
absolut abraten muss. Die Strecke ist hier wirklich tiefsandig und dazu
kommt eine nicht zu unterschaetzende Felsstufe bei Paw Hole. Hier haben
sich schon einige eingegraben. Und Abschleppkosten in dieser
abgelegenen Gegend duerften nicht so ganz ohne sein.
Stattdessen faehrt man noch weitere 4 Meilen nach Sueden auf der
Houserock Valley Road, bis man dann den Abzweig zur BLM Road 1017 auf
Hoehe vom Corral Valley auf der linken Seite erreicht.

Diese Dirtroad faehrt man nun fuer gut 3 Meilen, dann kommt erneut eine
Weggabelung. Hier nimmt man den linken Weg, die BLM 1066. Diese fuehrt
nun nach Nordosten weiter. Teilweise gibt es sehr felsige Abschnitte
mit vielen kleinen spitzen Steinen, hier ist Vorsicht geboten. Immer
wieder kommen sandige Abschnitte dazu und wechseln sich mit
den Felsplatten ab.

Jede Menge Straeucher und Buesche wachsen am Wegesrand und lassen
diesen teilweise recht eng erscheinen. Obwohl es hier schon recht
sandig ist, laesst sich die Strecke noch sehr gut fahren.

Nach 9 Meilen auf dieser Piste erreicht man die Poverty Flat Ranch. Ein
paar alte Gebaeude und ein Windrad deuten darauf hin. Hier wird die
Strecke sehr sandig und ein SUV mit hoher Bodenfreiheit sowie 4WD LO
ist hier
absolut von Vorteil. Wir waren auf der Strecke schon mit diversen
Fharzeugen unterwegs und gerade in den letzten 2 Jahren hat sich ein
guter gelaendegaengiger SUV als sehr hilfreich erwiesen.

An der Ranch ist Vorsicht angesagt, da sich hier unzaehlige Wege
gabeln. Nordoestlich geht es am Windrad vorbei und dann nach rechts
weiter. Hier geht es nur noch auf einer tiefsandigen Piste weiter. Vor
allem muss man nun kurz darauf einen sandigen Huegel erklimmen. Hier
heisst es, ordentlich Schwung zu nehmen, damit man nicht auf der
Haelfte liegenbleibt. Besonders 2010 erwies sich der Sand
hier besonders soft und tief und war teilweise nur sehr muehsam zu
bezwingen.

Diese sandige Strecke folgt man nun fuer weitere 1.8 Meilen, ehe man an
ein Gatter erreicht, das zu oeffnen ist. Etwas weiter vorher gibt es
noch wunderschoene
Felsen auf der linken Seite zu betrachten, die zu einem kleinen
Fotostop einladen. Manchmal kann man in einem hoeher gelegenen Felsen
dieser Gruppe einen Steinadler entdecken.

Hier biegt die Strasse nach rechts ab und fuehrt ein wenig an einem
Zaun entlang. Man faehrt hier in oestlicher Richtung weiter bis zu
einem letzten Abzweig. Hier geht es nach Norden und noch einmal einen
ziemlich steilen Sandhuegel hinauf. Wer sich diesen nicht wirklich
zutraut, sollte schon hier unten parken und den Rest zu Fuss zur White
Pocket laufen. Wir sind den Huegel bisher immer hinaufgefahren. Bei
unserem Besuch im Juni 2010 war diese Ecke mehr als grenzwertig und nur
mit reduzierten Reifendruck konnte man diese Stelle gut bewaeltigen.
Vor allem sollte man mit ordentlich Schwung
hinauffahren, denn sonst koennte es am Ende eng werden.

Am Ende des
Huegels geht es natuerlich gleich wieder schoen bergab, und
nur
kurz darauf ist das Ziel auch erreicht. Mittlerweile kann man ja nicht
mehr direkt bis zur White Pocket vorfahren, da ein Zaun errichtet
wurde. Man laeuft stattdessen die letze Viertelmeile durch tiefen Sand
bis zum eigentlichen Gebiet der White Pocket hin.

Das eigentliche Ziel, die White
Pocket, liegt nun direkt vor uns. Und
dieser Anblick ist einfach ueberwaeltigend. Eine wahre Wunderwelt aus
Sandstein liegt nun direkt vor uns, die Formen und Farben sind einfach
unglaublich. So, als haette hier jemand einen riesigen Haufen
Marmorkuchenteig liegengelassen, verquirlt und versteinern lassen.
Wow!!!


Nun kann man die Ecke erkunden, Wege in dem Sinne gibt es nicht. Man
laeuft einfach ueberall herum. Hin und wieder entdeckt man einige
interessante Brainrocks, die wirklich an Windungen eines Gehirns
erinnern.

Eine der schoensten Zeiten fuer Fotos ist natuerlich der
Spaetnachmittag, dann steht die Sonne schon tief und laesst einige
der ganzen Felsformationen und Swirls so richtig leuchten.
Hin
und wieder entdeckt man hier auch ein paar Moqui Marbles, jene
Konglomerate aus Eisenoxid und Sandstein, die bei Sammlern sehr begehrt
sind.
Wer hier vor Ort uebernachtet, wird mit einem wunderbaren Farbenspiel
am Morgen ueberrascht, das saemtliche Vorstellungen bei Weitem
uebertrifft. Denn dann leuchtet die eigentliche White Pocket, ein Berg
in der Naehe, in einem dermassen intensiven Rotorange, das man beinahe
das Gefuehl hat, der Berg wuerde in Flammen stehen.

Im weichen Licht der aufgehenenden Sonne bietet das Gebiet der White
Pocket mitsamt seinen Swirls, Sandsteinformen, Knoten und Brainrocks
ungeahnte Fotomotive. Man kann nahezu minuetlich sehen, wie die
Schatten wandern und neue beeindruckende Motive hervorbringen. Selbst
einen kleinen Hoodoo gibt es hier zu sehen.



Die Gegend hat mich jedenfalls so tief beeindruckt, sowas habe ich
selten erlebt. Diese ganzen Sandsteinformationen, die gestreiften,
gequirlten und geknotenen Areale, das ist wie ein grosser
Abenteuerspielplatz. Hinter jeder Ecke gibt es was Neues zu entdecken.
Allerdings ist die Strecke bis hierher wirklich nur was fuer erfahrene
SUV Fahrer. Man sollte auf alle Faelle schon einige Backroads gefahren
sein, vor allem eben auch sandige Pisten. Um den Sand kommt man hier
einfach nicht herum. Nach Moeglichkeit sollte man versuchen, die
Strecke mit mehreren Fahrzeugen zu fahren, so dass man sich im Fall des
Falles helfen kann.
Eine weitere Option, um dieses Wunderland aus Sandstein einmal zu
sehen, waere eine gefuehrte Tagestour. Die Paria Outpost Station bietet
dieses Touren unter anderem an, die in der Regel auch mit einem Besuch
der Coyote Buttes South verbunden ist.
Weitere Infos gibt es hier: http://www.paria.com/
Laenge:
von der SR 89 bis zum Abzweig Corral Valley an der Houserock Valley
Road etwa 20 Meilen
von der Houserock Valley Road bis zur White Pocket etwa 15 Meilen
Schwierigkeitsgrad:
Mittelschwer, das groesste Problem ist hierbei der
tiefe Sand und erfordert einen
erfahrenen Fahrer. Teilweise muss mit reduzierten Reifendruck gefahren
werden
Fahrzeug:
SUV mit High Clearance und 4WD unbedingt erforderlich
Strecke: sehr
sandig mit einigen anspruchsvollen Passagen, sehr sehenswert und
abwechslungsreich
Zeitbedarf:
Anfahrt etwa 2-3 Stunden, vor Ort unbegrenzt
beste Tageszeit:
Spaetnachmittag sowie direkt nach Sonnenaufgang
Weitere Infos, topographische Karten und GPS Koordinaten gibt es auf
diesen Websites:
http://www.isaczermak.com/arizona-white-pocket.html
http://www.zionnational-park.com/paria-white-pocket.htm
Wir haben 2007 die Topomap von Isa genutzt und sind ohne GPS
hervorragend dort hingekommen. Allerdings sind gewisse Kenntnisse in
Backcountry Navigation nicht schlecht, da viele kleine Wege kreuzen und
schnell verwirren koennen.
Bei einer gefuehrten Tour entfaellt das natuerlich und man kann sich
voll und ganz der wundervollen Landschaft widmen
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