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Ein Tag in Toronto
Waehrend
meines Aufenthaltes in Buffalo hatten wir beschlossen, mal fuer einen
Tag nach Toronto zu fahren und den Abend dann mit dem Besuch im 360
Restaurant im CN Tower ausklingen zu lassen. Und von Buffalo aus fuhr
man ja auch nur gute 2 Stunden bis nach Toronto, je nachdem, wie lange
es an der Grenze nach Kanada dauern wuerde. Urspruenglich
hatten wir den Trip fuer Ostersonntag, den 23. Maerz geplant und schon
einmal fuer den Abend im 360 reserviert. Die Tickets fuer den CN Tower
hatten wir die Woche vorher schon online
reserviert und auch ausgedruckt. Denn wir wollten auf alle Faelle die
langen Schlangen an den Ticketschaltern vermeiden. Man kann ja nie
wissen, wer an Ostern so alles auf die Idee kommt, das beruehmteste
Wahrzeichen zu besichtigen. Und was war das Ende vom
Lied? Am Sonntag sollte es total bedeckt sein. Am 22. Maerz begannen wir unseren Tag mit einem leckeren Fruehstueck im Marriott Hotel in Amherst, nicht weit von der State University of Buffalo entfernt, die sich auf der gegenueberliegenden Strassenseite befand. Im Houlian's, der hauseigenen Bar und Restaurant konnte man naemlich hervorragend fruehstuecken, was wir hin und wieder auch ausnutzten. Gut gestaerkt ging es danach los auf die I 290 nach Westen. Der Verkehr war heute morgen gegen 10 Uhr noch im ertraeglichen Rahmen und wir kamen zuegig voran. Nach gut neun Meilen ging es dann auf der I-190 weiter nach Norden, Richtung Niagara Falls. Schon kurze Zeit spaeter erreichten wir die South Grand Island Bridge, die neben ihrer herrlich auffallenden blauen Farbe auch noch gebuehrenpflichtig war. Eine Gebuehr von 1$ wurde hier faellig.
Den
Betrag hatten wir schon parat neben uns liegen und so ging es fix
weiter. Grand Island wurde einmal komplett durchfahren und ueber die
Grand Island North Bridge ging es erneut ueber den Niagara River. Hier
wurde erst auf dem Rueckweg die Gebuehr von 1$ faellig. Die Fahrt
fuehrte weiter nach Norden, vorbei am Niagara Falls Outlet Center, ehe
wir dann bei Lewiston in den Grenzbereich kamen. Unmittelbar davor gab
es noch einen Duty Free Shop, der rund um die Uhr auf hatte. Kurz
danach passiert man nun die Queenstown Lewiston Bridge, die den Staat
New York mit Canada verbindet und kommt an die Grenzstation. Die
Zollformalitaeten waren schnell erledigt. Kurz den Pass vorzeigen, ein
paar Fragen fuer den Grund des Aufenthaltes in Kanada beantworten, das
war es schon. Allerdings sollte man darauf achten, dass nicht
versehentlich das gruene I-94 Formular aus dem Pass entfernt wird, was
hin und wieder schon passiert ist.
Und kaum war man in Kanada, galt auch den Highways und Strassen auch wieder das metrische System. Die I-290 wurde nun zur Provincal Route 405, und nach gut sechs Meilen bogen wir auf den Queens Elizabeth Highway ab. Dieser sollte uns nun fuer gut 60 Meilen begleiten und fuehrte durch die fruchtbare Gegend zwischen St. Catharines und Hamilton, die fuer ihre Weingueter bekannt war. Nahezu die meiste Zeit fuehrte der QEW am Lake Ontario vorbei und immer wieder konnten wir von hier aus Blicke auf das kuehle Nass und sogar auf das gut 60 Meilen entfernte Toronto auf der anderen Seite des Lake Ontario erhaschen. Die Fernsicht war heute absolut gigantisch.
Je mehr wir uns nun Toronto naeherten, umso dichter wurde auch der Verkehr. Aber noch immer war die Strecke gut zu fahren und nachdem wir einige Meilen im Grossraum Toronto auf dem Gardiner Expressway gefahren waren, bogen wir auf der Hoehe der Bathurst Street auf dem Lakeshore Boulevard ab. Schon vom Gardiner Expressway aus konnte man einen ersten Blick auf den 553m hohen CN Tower werfen, der wirklich alles ueberragte. Interessant war auch, dass es neben der U Bahn hier noch eine Strassenbahn existierte, von der eine Linie auch im Bereich des Lakeshore Boulevard verkehrte.
Unser erstes Ziel fuer heute sollte der Toronto Music Garden sein, der sich an der Waterfront zwischen Bathurst Street und Badina Avenue befand. Hier hatte man versucht, in einem wunderschoen angelegten Skulpturengarten die erste Bachsuite fuer Cello mit einigen landschaftlich schoenen Arealen darzustellen. Nur leider lag jetzt Ende Maerz noch soviel Schnee, das viele Bereiche des Gartens gar nicht begehbar waren, was sehr bedauerlich war. Obwohl vieles noch mit einem Schneehaeubchen bedeckt war, konnte man von hier aus doch einen wundervollen Blick auf den CN Tower geniesen.
Wenn auch nicht hundertprozentig perfekt ,bot dieser Standpunkt am Abend sicherlich einen schoenen Blick auf die Skyline und wir wollten uns den Music Garden auf alle Faelle im Hinterkopf behalten. Auch wenn man momentan nicht ueberall herumschlendern konnte, der Music Garden hatte uns gut gefallen. Unser
naechstes Ziel waren die Toronto Islands, eine kleine vorgelagerte
Inselkette im Lake Ontario, die aus vier einzelnen Inseln bestand und
nur mit einer Faehre erreichbar waren. Und genau diese Faehre war nun
unser naechstes Ziel. Wir fuhren nun den Queens Quay entlang bis zum
Harbor Square, wo wir unser Auto in der Naehe des Faehranlegers
abstellten. Das Ticket fuer die Hin - und Rueckfahrt kostete 6 CAN $
und konnte auch nur in bar bezahlt werden. Nun warteten wir mit zig
anderen Passagieren, hauptsaechlich Locals, die das Osterwochenende
dort in ihren Ferienhaeusern verbringen wollten, darauf, das wir die
Faehre erklimmen konnten. Da wir noch im Winter unterwegs waren, gab es
auch nur einen Faehrbetrieb
nach Ward's Island ganz im Osten der Inselgruppe. Die zwanzig
minuetige Fahrt dorthin war auf alle Faelle ein tolles Erlebnis. Denn
nun hatte man wirklich einen einzigartigen Blick auf die gesamte
Skyline, die sich nun erhaben im Hintergrund praesentierte.
Besonders
klasse und kontrastvoll wirkte heute der tiefblaue Himmel mit den
Cirruswolken und die Entscheidung, heute schon hierher zu fahren, war
die Richtige gewesen. Erstaunlicherweise war die Ueberfahrt trotz
erfrischender 1 Grad Celsius alles andere als unangenehm, aber
wahrscheinlich merkten wir das auch gar nicht vor lauter
Fotografiererei.
Am Ferry Dock von Ward's Island angekommen, verteilte sich der Besucherstrom sehr rasch und wir machten uns auf, die Gegend zu erkunden. Teilweise lag hier noch ganz schoen viel Schnee und dicke Eisschollen trieben an geschuetzten Stellen auf dem Lake Ontario. Hier war der Winter noch allgegenwaertig und einige Stellen waren wirklich noch zugefroren. Ein besonders toller Anblick war dann die Reflektion der Sonnenstrahlen in den Scheiben eines Hochhauses in der Toronto Skyline. Und genau diese Reflektion spiegelte sich nun herrlich auf dem Eis wider.
Da alle Toronto Islands autofreie Zone waren, gab es hier natuerlich jede Menge Fuss und Fahrradwege und man koennte Stunden hier herumlaufen. Wir gingen nun am zugeeisten Kanal entlang, der Ward's Island mit der kleinen Algonquin Island verband und ueberquerten hier eine kleine Bruecke. Ueberall gab es kleine Wochenend - oder Ferienhaeuschen, die meisten waren aber um diese Jahreszeit noch total verweist.
Hm, mitten auf Ward's Island befand sich eine Art Altkleider - oder Second Hand Sammlung, das haetten wir hier ueberhaupt nicht erwartet. Ob das tatsaechlich mal jemand abholen kam? Auf der Suedseite von Ward's Island und dem Boardwalk ging es dann zurueck zum Ferry Terminal, die Sonne hatte hier wirklich schon richtig Kraft und in diesem eisfreien Bereich tummeln sich etliche Seevoegel.
Mit
der naechsten Faehre ging es dann zurueck zum Mainland Ferry Terminal.
Nun wollten wir noch ein klein wenig durch Downtown Toronto bummeln.
Die diversen Bankgebaeude sahen ja auch recht eindrucksvoll aus. Nicht
ganz so imposant wie in New York, aber immerhin.
Ein kleiner Zwischenstop folgte in der Allen Lambert Galleria, die zum Brookfield Place, einem grossen Buerokomplex hier im Financial District, gehoerte. Besonderes Highlight in der Allen Lambert Galleria war die Fassade des Merchand's Bank Building von 1890, um das man einfach die Glasfassade herumgebaut hatte. Und diese architektonische Struktur war wirklich eine Hingucker: Glas und Kristall wohin man sah.
Ein kurzer Stop zum Aufwaermen bei Starbucks folgte, dann ging es weiter die Bay Street entlang bis auf die Hoehe der Old City Hall,dessen Aussenfassade wir uns nun ansahen. Hier haette man natuerlich auch noch etliche Zeit verbringen koennen, aber der CN Tower wartete ja noch. Wir
parkten nun in unmittelbarer Naehe des CN Tower und brauchten nun nur
noch die Front Street bis zum Eingang zu ueberqueren. Die langen
Schlangen am Ticketschalter erblickend, waren wir mehr als nur froh,
unsere Tickets online erstanden zu haben. Nun ging es erst
einmal
fix zum Security Check, der den Kontrollen am Airport gleich kam und
zweitens noch durch den Bomb Detector. Dazu wurde man in einer Art
Luftschleuse auf Sprengstoffrueckstaende getestet. Nach dieser Schlange
kam die naechste - und zwar am Aufzug hinauf zum Observation
Deck. Aber lange dauerte es nicht und wir wurden dann mit dem
Fahrstuhl an der Aussenseite des Towers hinauf auf das
Observation Deck in 346m Hoehe befoerdert. Der
Rundumblick aus den Panoramafenstern lieferte einzigartige Blicke auf
die gesamte Umgebung und den Lake Ontario, allerdings waren die
Spiegelungen in den Scheiben manchmal etwas stoerend und man musste
etwas herumtricksen, damit man diese nicht auf den Bildern
sah.
Die Fernsicht jedenfalls war am heutigen Tag klasse, man konnte fast
bis nach Rochester schauen, auf der anderen Seite des Lake Ontario. Bei
ganz besonders guter Fernsicht sollte man von hier aus sogar
bis
zu den Niagara Falls sehen koennen, zumindest sollte man sie anhand der
Gischt erahnen koennen.
Nachdem wir alle Seiten ausgiebig fotografiert hatten, ging es eine Treppe hinunter zum Glass Floor Deck. Dort war ein Bereich im Boden mit einer Panzerglasschicht bedeckt und man konnte direkt bis nach unten auf die Erde schauen. Wer schwindelfrei ist, sollte das auf alle Faelle mal austesten, es war ein absolut interessanter Anblick. Klar, das ich da auch gleich Platz nehmen und den Blick in die Tiefe in einigen Bildern festhalten musste. Urspruenglich war der ganze Glass Floor Bereich ja mit den Panzerglasscheiben bestueckt gewesen. Aber scheinbar hatte sich bei dem Anblick niemand mehr dort hin getraut und so wurde bis auf den kleinen Bereich alles andere mit Teppichen bedeckt. Gut, das das die meisten nicht wussten.... Rausgehen
konnte man hier auf der Glassfloor Ebene auch noch. Allerdings war der
Aussenbereich mit einem ganz engmaschigen Gitter bestueckt, durch das
kaum gute Fotos gelangen und es zog dort auch ohne Ende. Einen weiteren
Bereich konnte man sich hier im Tower noch ansehen, und zwar den Sky
Pod. Dieser befand sich auf 447m Hoehe und war somit das
hoechste
Aussichtsdeck weltweit. Dementsprechend gross war auch der Andrang und
die Schlange ging nahezu einmal um das ganze Observation Deck
herum. Hier brauchte man wirklich viel Zeit und Geduld. Wir
standen nahezu 45 Minuten, bis endlich das Ende in Sicht kam.
Ein
einziger Fahrstuhl befoerderte etwa 8-12 Leute nach oben, nebenbei
wurden dafuer auch noch die Tickets verkauft. Kein Wunder, das es so
lange dauerte. Das war nicht sehr gut organisiert.
Aber
der Anblick dort oben entschaedigte fuer alles. Es gab keine Gitter,
die Spiegelungen hielten sich in Grenzen und als wir da oben ankamen,
war es kurz vor Sonnenuntergang. Und das bot natuerlich jede Menge
tolle Fotomotive, zumal man auch hier einmal ganz herumgehen konnte und
die Ausblicke in alle Richtungen geniessen konnte.
Die tiefstehende Sonne liess die diversen Gebaeude nun ganz besonders intensiv erstrahlen. Ich muss sagen, so kurz vor Sonnennuntergang war der Ausblick hier oben vom Skypod wirklich extrem reizvoll. Und da ja nie so viele Personen gleichzeitig hochfahren konnten, gab es auch nie Gedraenge und wir konnten uns voll und ganz unseren Fotos widmen.
Jetzt war es
mittlerweile schon Viertel nach sieben geworden und so
langsam wurde es Zeit, zum 360
Restaurant aufzubrechen. Dort hatten wir fuer 19:30 Uhr eine
Reservierung. Noch fix die Sneakers gegen schicke Schuhe
austauschen, dann fuhren wir mit dem naechstbesten Fahrstuhl zurueck
zum Observation Deck. Ein Treppenaufgang fuehrte hinauf zum
Restaurant, wo wir dann vom Maitre 'D zu unserem Tisch gefuehrt wurden,
der sich gluecklicherweise direkt am Fenster befand. So konnten wir bei
einem Glas Wein den Sonnenuntergang und anschliessend das herrliche Essen
geniessen. Das 360 lohnte sich wirklich. Der Ausblick war
sagenhaft und nur wenn man ganz genau hinsah, bekam man auch mit, das
sich das Restaurant drehte. In 90 Minuten ging es einmal ganz herum.
Und mit 351m Hoehe war das schon eine tolle Sache. Das Essen
selbst war ausgezeichnet und daher absolut empfehlenswert. Nach dem Essen erfolgte ein erneuter Stop auf dem Observation Deck. Fuer Besucher des Restaurants war dieses naemlich kostenfrei zu besichtigen. So konnten wir noch einmal jede Menge Fotos machen, denn jetzt erstrahlte die Stadt in einem riesigen Lichtermeer und wie ein buntes Band zog sich der Gardiner Expressway nun hindurch.
Gerade bei den Nachtfotos mussten wir ganz besonders auf Spiegelungen im Hintergrund achten,denn am Anfang hatten diese doch das ein oder andere Bild etwas unbrauchbar gemacht. Zurueck am Auto fuhren wir anschliessend noch einmal zum Toronto Music Garden, von dort hatte man auch noch einen recht guten Blick auf die Skyline. Den besten Blick haette es wohl von Ward's Island aus gegeben, aber dafuer war es nun doch schon ziemlich spaet geworden. Trotz knackiger Kaelte und Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde erst einmal das Equipment aufgebaut und der CN Tower als zentraler Mittelpunkt erstrahlte im Wechsel in allen moeglichen Farben.
Der Anblick war wirklich wundervoll und bildete somit einen schoenen Abschluss eines tollen Tages mit viel Sonnenschein. Sicherlich wuerde das nicht der letzte Besuch in Toronto bleiben.
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