|
The National Mall
Ursprünglich sollte die National Mall ein breiter Boulevard nach europäischen Vorbild werden. Doch sehr lange ließ sich diese Idee von Pierre L`Enfant nicht umsetzen und die Gegend blieb ein sumpfiges Gelände. 1855 wurde dann mit damit begonnen, das Land nach den Plänen von L`Enfant zu gestalten. Beauftragt wurde damit der Landschaftsarchitekt Andrew Jackson Downing. Jedoch reichte irgendwann das Geld nicht mehr für die Finanzierung aus und so wurde das großzügige Projekt wieder gestoppt. Erst gegen Ende des Bürgerkrieges im Jahre 1865 ordnete Präsident Lincoln die Wiederaufnahme der Arbeiten an. Nach und nach erhielt die Mall somit ihr heutiges Aussehen. Aber erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Mall entgültig so gestaltet, wie wir sie heute vorfinden.
Grafik wurde mit freundlicher Genehmigung von dieser Site zur Verfügung gestellt Heute ist die Mall ein mit Bäumen und Grünflächen gesäumter riesiger Platz, der zum Flanieren einlädt. Zu beiden Seiten der Mall befinden sich die Smithsonian - Museen, die allesamt keinen Eintritt verlangen. Vom Capitol bis zum Washington Monument sind es 1.1 Meilen und zahlreiche breit angelegte Wege laden zu Spaziergängen ein, sowie bieten sportlich ambitionierten Personen eine schöne Laufstrecke. Die Mall war immer wieder Dreh und Angelpunkt diverser Kundgebungen und Demonstrationen. Unter anderen 1963, als Martin Luther King Jr. hier seine weltberühmte Rede „I have a dream“ auf den Stufen des Lincoln Memorials hielt. Im Jahre 2002 und 2003 fanden auf der Mall große Antikriegs – Kundgebungen gegen den Irakkrieg statt.
The Mall vom Washington Monument aus gesehen Die Mall ist der kulturelle Höhepunkt der Stadt, denn links und rechts entlang der Mall reihen sich die ganzen Museen der Smithsonian Institution, unter anderem das berühmte Air & Space Museum, Museum of American History oder die National Gallery of Art sowie das viktorianische Gebäude der Smithsonian Castle. Das Schöne daran ist auf jeden Fall, dass alle Museen keinen Eintritt verlangen und so zu besichtigen sind. Ganz im Nordosten der Mall, zwischen Madison Drive NW und 3rd St. SW liegt die National Gallery of Art, die in einen West und ein East Building unterteilt ist. Im West Building sind die europäischen Gemälde und Skulpturen zu bewundern sowie die ganzen amerikanische Werke. Im Ostbau befinden die ganzen Arbeiten aus dem 20. Jahrhundert. Ein unterirdischer Gang verbindet beide Gebäude miteinander. Dieses Kunstmuseum enthält Werke vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, darunter einige berühmte Werke von Monet. Leonardo Da Vinci und Raffael. Fotografieren wird geduldet, man muß sich nur am Eingang einem eingehenden Sicherheits- - Check unterziehen. Weitere Infos:http://www.nga.gov/ Das Air & Space Museum findet man direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Mall. Es ist eines der beliebtesten Museen und in den diversen Ausstellungen im Inneren werden die technischen Fortschritte der Luftfahrt gezeigt. Eröffnet wurde dieses Museum zur 200 Jahrfeier im Jahre 1976 und beherbergt unter anderem ein Columbia Space Shuttle, die Spirit of Saint Louis mit der Charles Lindbergh alleine über den Atlantik flog, Raketen sowie das Flugzeug der Gebrüder Wright, mit dem der erste Motorflug gelang.
Kaum hat man das Gebäude betreten, kann man schon diverse Flugzeuge und Raumstationen betrachten, die an der Decke hängen. In den diversen Ausstellungsräumen werden alle Aspekte der Luftfahrt durchleuchtet, angefangen vom ersten motorisierten Flug der Gebrüder Wright bis zu diversen Raumkapseln und neuester Raumfahrt Technologie ist alles vertreten. Im zweiten Stock des Gebäudes finden Sonderausstellungen statt und zwischendurch wird man immer wieder zu physikalischen Experimenten aufgefordert. Weitere Infos:http://www.nasm.edu/ Sehr
zentral auf der Mall erstreckt sich das Smithsonian Castle, ein roter
Sandsteinbau mit einer viktorianischen Fassade. Das Gebäude wurde 1855
von James Renwick entworfen, von ihm stammen auch die Renwick Gallery
und die New Yorker St. Patrick`s Cathedral. Das Gebäude selbst besteht
aus einem neogotischen und normannischen Baustil und beherbergt heute
ein Informationszentrum und die Verwaltung der Smithsonian Stiftung.
Smithsonian Castle Auf
der gegenüberliegenden Seite an der Independence Ave. Befindet sich vor
dem Castle eine schöne Gartenanlage mit einem kleinen Brunnen und
unzähligen Rosen. Dieser Rosengarten wurde aber erst später hinzugefügt.
Neben den ganzen Ausstellungsobjekten gibt es jede Experimente zu machen, man kann einen Insektenzoo besichtigen sowie unzählige Skelette von Säugern und auch Dinosauriern. Ebenfalls hier im Museum befindet sich der berühmte Hope – Diamant, der größte dunkelblaue Diamant der Welt. Weitere Infos: Museum of Natural History Direkt daneben befindet sich das Museum of American History und beinhaltet eine der größten Sammlungen zur Geschichte des Landes. Gleich zu Beginn im Eingangsbereich hängt ein riesiger Star Spangled Banner. Es ist die Flagge, die wenige Tage nach dem 11. September 2001 über dem Pentagon gehisst wurde. Man kann bei näherer Betrachtung sogar noch die Schmutzflecken darauf erkennen.
US Flagge aus dem Pentagon
Eines der Highlights ist aber der Original Star Spangeld Banner, der im Jahre 1814 Francis Scott Key dazu inspirierte, die Nationalhymne zu schreiben. Diese riesige Flagge wird momentan restauriert und man konnte bis zur vorübergehenden Schließung des Museums im September 2006 den Restaurateuren bei der Arbeit zusehen. Hinweis: In diesem Teil des Museums ist Fotografieren strikt verboten und ein Sicherheitsbeamter steht dort und passt penibel auf, dass sich auch jeder daran hält. Zusätzlich gibt es in diesem Bereich eine interessante Ausstellung rund um den Star Spangled Banner. Man erfährt hier, warum einige Sterne auf dieser Original Flagge fehlen, denn diese wurden zu damaligen Zeiten einfach ausgeschnitten und besonderen Personen als Zeichen der Anerkennung geschenkt!! Link: Star Spangled Banner Exhibition Weitere
Ausstellungen widmen sich den First Ladies, dem Industriezeitalter,
Landwirtschaft und Automobilen. Ein Original Ford Model T ist hier zu
besichtigen. Man kann unter anderem den DNS Fingerabdruck, oder
Phänomene wie Globale Erwärmung selbst erforschen. Im zweiten Stock ist
die Ausstellung The American Presidency – A Glorious Burden zu finden,
die wiederum sehr interessante Dinge ausgestellt hat. Über Lincolns
schwarzen Hut, zu Wahlkampfbuttons und Clintons Saxophon ist hier alles
zu finden.
Bill
Clintons
Saxophon
Selbst
der Anzug, den Harrison Ford im Film Air Force One trug, kann man hier
bewundern. Und wer selbst mal Präsident spielen möchte, kann an einem
Tele Prompter eine berühmte Rede aussuchen und wird dann anstelle des
Original Bildes hineinprojiziert. Auf jeden Fall eine sehr spaßige
Sache. Auch hier gilt,
viel Zeit mitzubringen. Denn es gibt einfach zu viele Dinge zu sehen. Washington Monument Jetzt, wo wir nahezu das Ende der National Mall erreicht haben, ist es auch nicht mehr weit bis zu einem weiteren sehr bekannten Monument in Washington. Und zwar das Washington Monument, jener Obelisk, der von nahezu jeder Stelle in Washington DC sichtbar ist. Der Obelisk befindet sich zwischen Ohio Drive und der 15th St, von der Metro Station am Smithsonian Castle ist es nur ein kurzes Wegstück bis dorthin.
Das Washington Monument zu Ehren des ersten Präsidenten ist 555 Fuß (169m) hoch und wurde von Robert Mills entworfen. Es besteht aus Marmor, Granit und Sandstein. Mit dem Bau wurde 1848 begonnen, doch als dann 1854 die Finanzmittel aufgebraucht waren, stoppte man den Bau und nahezu zwanzig Jahre stand das Monument nun unvollendet herum, ehe man 1876 endlich die Arbeiten daran wieder aufnahm. Heutzutage sieht man ganz deutlich, wo man mit dem Bau des Memorials weitergemacht hatte, da der Rest des Monuments aus viel helleren Sandstein besteht. Ganz oben auf der Spitze des Monument ist ein marmorner Schlussstein, der auf einer Aluminiumpyramide sitzt und im Jahre 1884 die Bauzeit des Memorials beendete. Das Washington Monument ist das höchste Gebäude in Washington und 1910 wurde ein Gesetz erlassen, das alle neuen Gebäude nicht höher sein dürfen als die umliegenden. Irgendwann jedoch legte man dieses Gesetz so aus, dass kein Gebäude höher als das Washington Monument sein dürfe, aber in Wirklichkeit wird es mit keiner Silbe im Originalentwurf erwähnt. Bis zur Aussichtsplattform sind es 893 Stufen, doch heutzutage darf man aus Sicherheitsgründen nur noch mit dem Fahrstuhl nach oben hinauf. Dabei sind gerade die 193 Memorial Stones im Inneren sehr interessant anzusehen. Diese Steine wurden während des Baus von einzelnen Personen, Städten oder Gemeinden gestiftet und man kann sie immerhin teilweise auf der Rückfahrt nach unten betrachten. Umfangreichere Renovierungsarbeiten an der Fassade sind nun auch wieder seit einer Weile abgeschlossen und man kann das Monument wieder ohne weiteres besichtigen.
Ein Fahnenring aus 50 Flaggen – für jeden Bundesstaat eine – umgeben das Monument, außerdem hat man von den marmorfarbenen Sitzgelegenheiten einen schönen Rundumblick auf das WWII Memorial, Lincoln Memorial sowie auf die Mall mit dem Capitol. Das
Washington Monument selbst kann man besichtigen, in dem man mit dem
Fahrstuhl auf die Besucherplattform fährt. Allerdings braucht man dazu
ein Ticket, das man an der Ticket Booth südlich des Monument an der
15th St NW holen kann. Diese Tickets selbst sind zeitgebunden und
teilweise gibt es lange Wartezeiten, bis die nächste Tour stattfindet.
Gerade an den Wochenenden und an Feiertagen lohnt es sich, vorweg ein
Ticket für eine Tour für 1.50$ zu reservieren. Weitere Infos dazu gibt
es hier: US National Park Reservation Service Hinweis: Auch im Washington Monument sind keinerlei Flüssigkeiten und Lebensmittel erlaubt. Diese müssen vorher entsorgt werden. Außerdem muß man am Eingang durch eine Sicherheitskontrolle, wo Rucksäcke, Taschen, Jacken usw. durch ein Röntgengerät gescannt werden und man selbst durch einen Metalldetektor geht. Vorher werden von Mitarbeitern des NPS Anweisungen gegeben, die man auch unbedingt befolgen sollte. Mit dem Fahrstuhl geht es nun nach oben zur Aussichtsplattform. Der Blick durch die Milchglasfenster ist atemberaubend, man sieht die ganze Stadt samt Memorials wie eine Landkarte vor sich entrollt. Hier sollte man sich ruhig ein klein wenig Zeit lassen, denn gerade am Anfang ist das Gedränge an den Fenster sehr groß. Auf dem 490 Ft. Level gibt es sogar einen kleinen Souvenirshop. Hier fährt man dann auch wieder mit dem Fahrstuhl nach unten, der unterwegs einige kleine Stops macht, damit man einen Blick auf die Memorial Stones erhaschen kann. Nach diesen Ausflug in luftige Höhen geht es weiter zu den diversen Memorials, die sich entlang des Reflecting Pools angereiht haben. Dazu muß aber erst einmal die belebte 17th St. NW überquert werden.
Das erste Memorial, was man nun betrachten kann ist das World War II Memorial. Es ist auch das Neueste in der ganzen Anreihung von Monumenten und Memorials in Washington DC und wurde offiziell am 29. Mai 2004 von Präsident George W. Bush eröffnet. Dieses Memorial ist all jenen Amerikanern gewidmet, die im 2. Weltkrieg gekämpft und gefallen sind.
Washington Monument vom WWII aus gesehen Die Memorial Plaza wurde an der Stelle des ehemaligen Rainbow Pools angelegt, am äußersten östlichen Ende des Reflecting Pools. Zwei große Bögen, die mit Atlantic und Pacific beschrieben sind, markieren die beiden großen Kampfschauplätze während des Krieges und symbolisieren ebenso den Sieg an beiden Fronten. Umgeben von 48 Säulen, welche die 48 Staaten und Territorien darstellen, bildet ein Brunnen den zentralen Mittelpunkt des Memorial.
Die sogenannte Freedom Wall ist auf der westlichen Seite des Memorials lokalisiert, direkt dahinter befindet sich der Reflecting Pool und das Lincoln Memorial. 4000 goldene Sterne erinnern an die 400,000 Amerikaner, die während des Krieges ihr Leben verloren haben und symbolisieren den Goldstern, den unzählige Mütter damals getragen hatten, wenn sie einen ihrer Söhne verloren hatten.
Zu Beginn des Memorial Geländes kann man zwei Fahnenmasten sehen, an deren unteren Ende ein Text eingraviert ist, der kurz erklärt, warum die vereinigten Staaten in diesem Krieg gekämpft haben. Der ganze Text enthält folgende Botschaft: “Americans came to liberate, not to conquer, to restore freedom and to end tyranny.”
Blick nach Westen zum Lincoln Memorial Am unteren Ende der beiden Pavillons , welche den Kriegschauplatz am Atlantik und Pazifik markieren, sind die diversen Kampagnen aufgeführt. In der Mitte sind die Schauplätze in allgemeine Gegenden unterteilt, noch weiter oben werden Zitate aufgeführt, die mit diesen Kampagnen in Verbindung stehen. Innerhalb dieser Pavillons befinden sich vier Säulen, auf denen ein Adler mit einem Siegeskranz im Schnabel zu sehen ist.
Die Kampagne im Pazifik Verlässt man nun dieses nachdenklich machende Memorial und folgt dem Reflecting Pool nach Westen, landet man unweigerlich vor dem Lincoln Memorial. Dieses einem neoklassizistischen Tempel nachempfundene Memorial ist eines der beeindruckendsten in Washington. Eine Statue des sitzenden Lincoln befindet sich im Inneren des Memorial, umgeben von Zitaten seiner berühmtesten Reden, die in die Wände ringsherum eingraviert sind. Am bekanntesten ist da natürlich die Gettysburg Adress, jene Rede, die Lincoln auf dem Gettysburg Battleground hielt und zu einer der meistzitiertesten in der amerikanischen Geschichte wurde. Das Memorial wurde von Henry Bacon entworfen und am 12. Februar 1914, an Lincolns Geburtstag, wurde der Grundstein gelegt. Vorher musste allerdings das Gelände trockengelegt werden, da es ein ehemaliges Sumpfgelände war. Der Bau selbst wurde erst im Jahre 1922 abgeschlossen.
Das Memorial besteht aus Kalkstein und Colorado Marmor, während die Statue von Lincoln aus Marmor aus Georgia ist. Daniel Chester French hatte die Statue entworfen. 36 massive Säulen, die um das komplette Gebäude herum zu finden sind, symbolisieren die 36 Bundesstaaten, die es zu Lincolns Amtszeit gab. Die Namen sind oberhalb im Säulengebälk eingraviert.
Das
Memorial wurde seit seiner Eröffnung im Jahre 1922 Dreh und Angelpunkt
der Civil Right Bewegung. 1939 sang die schwarze Sängerin Marian
Anderson von den Stufen, da es ihr verwehrt wurde, offiziell auf einer
Veranstaltung der Daughters of the American Revolution aufzutreten.
Ebenso hielt Martin Luther King Jr. im Jahre 1963 seine berühmte „I
Have A Dream“ Rede von den Stufen des Memorials. Im Jahr 2003 hat man
an jener Stelle eine kleine Plakette angebracht, die diesen
historischen Moment würdigt.
Unweit des Lincoln Memorial befindet sich das Vietnam Veterans Memorial. Dazu geht man nun erst einmal nach links weiter, Richtung Constitution Gardens mit dem nierenförmigen See in dessen Mitte. In der Mitte des Sees ist eine kleine Statue zu sehen mit dem Namen Signer`s Memorial, errichtet zu Ehren der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. Ein Stück weiter vorher trifft man dann unweigerlich auf das Vietnam Veterans Memorial. Dieses Memorial ist eine Gedenkstätte all derjenigen, die im Vietnamkrieg gedient und auch gefallen sind. Das Memorial besteht aus drei unterschiedlichen Teilen: der allseits bekannten Memorial Wall, der Skulptur von den Three Servicemen und der Skulptur des Women`s Memorial. Die Memorial Wall ist der älteste Teil und auch der bekannteste Teil des Memorials und besteht schlicht aus schwarzen Granit. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 1982 und am 13. November 1982 wurde die Memorial Wall eingeweiht. Entworfen wurde die Memorial Wall von der 21-jährigen Architekturstudentin Maya Lin und in der Wand sind alle 58,209 Namen der getöteten und vermissten Soldaten eingemeißelt, angeordnet in chronologischer Reihenfolge.
Memorial Wall
![]() Bei genauer Betrachtung kann man bei den Namen zwei verschiedene Symbole erkennen: Eine Raute für getötete Soldaten und ein Kreuz für vermisste Soldaten. Das Memorial hat sich zu einer richtigen Pilgerstätte entwickelt und viele Angehörige und Freunde hinterlassen Medaillen, Nachrichten, Bilder und Gegenstände, von denen viele von den Parkrangern eingesammelt werden und im National Museum of American History ausgestellt werden. Man kann sich ebenfalls von den Rangern Papier und Bleistift geben lassen, um die Namen eines Angehörigen durchpausen zu können.
Das Memorial selbst zog viele kritische Stimmen nach sich, da es einfach zu düster wirkte und überhaupt nicht an andere traditionelle Kriegsdenkmäler erinnerte. Daraufhin einigte man sich, der Memorial Wall zwei weitere Denkmäler hinzuzufügen. So wurde 1984 die Bronzestatue „The Three Servicemen“ hinzugefügt, die von Frederic Hart entworfen wurde und drei Soldaten in der typischen Uniform zeigt, die man in diesem Krieg trug.
The Three Servicemen
Das Women`s Memorial ist eine Bronzestatue, die den vielen als Krankenschwestern dienenden Frauen gewidmet ist, die im Vietnamkrieg gedient hatten. Am Veterans Day 1993 wurde die Statue enthüllt, die von Glenna Goodacre entworfen worden war. Die drei Frauen im Kampfanzug kümmern sich um einen verwundeten Soldaten: Umgeben ist das Denkmal von acht Bäumen, sie symbolisieren die acht im Vietnamkrieg getöteten Frauen. Weitere Infos: Vietnam Women's Memorial Foundation
Women`s Memorial Geht man nun wieder zum Lincoln Memorials zurück und hält sich nun nach rechts, erreicht man nach kurzer Zeit das Korean War Veterans Memorial, das am 27. Juni 1995 anlässlich des 42. Jahrestages des Waffenstillstandes dieses Krieges eingeweiht wurde. Auch dieses Denkmal ist sehr umstritten und ist einem sehr umstrittenen Krieg gewidmet. 19 übergroße Statuen aus Edelstahl stellen eine Gruppe Soldaten auf dem Schlachtfeld dar. Besonders im Dunkeln wirken die Soldaten nahezu geisterhaft, wenn sie durch ein diffuses Licht angestrahlt werden. Neben diesen lebensecht wirkenden Statuen gibt es noch eine Granitmauer mit Bildnissen der über 2400 Veteranen dieses Krieges. Man wollte nicht wie beim Vietnam Memorial nur die Namen eingravieren und entschied sich dann für diese Variante.
Korean War Veterans Memorial
Nördlich von den Statuen ist eine weitere schmale Mauer. Dort sind die Namen von 22 UN Mitgliedsstaaten eingraviert, die während dieses Krieges Unterstützung und medizinische Hilfe leisteten. Das ganze Memorial ist in einer dreieckigen Form angelegt und beinhaltet außerdem noch einen Pool of Rememberence, der sich am äußersten Ende anschließt. Nun geht es weiter Richtung Tidal Basin, jenen großen Becken zwischen Franklin Delano Roosevelt Memorial und Jefferson Memorial, das man 1897 baute, um Überschwemmungen des Potomac abzufangen. Dazu muß aber vorher noch die Independence Ave. SW überquert werden. Umgeben ist das Tidal Basin von unzähligen japanischen Kirschbäumen, die man 1912 als ein Geschenk Japans dort anpflanzte und die seitdem jedes Jahr im Frühjahr mit ihren zartrosa Blüten unzählige Besucher begeistern. Zu dieser Zeit findet auch immer das Cherry Blossom Festival statt, ein Event, das mit Paraden und Festlichkeiten unzählige Besucher in die Stadt lockt. Das Ufer des Tidal Basin lädt ein zum Flanieren, unzählige Spaziergänger und Jogger findet man dort.
Der Tidal Basin hat aber auch eine richtige Aufgabe zu erfüllen, spült der doch den Washington Channel. Während des zweimal täglich auftretenden Hochwassers füllt sich der Gezeitensee mit dem Wasser des Potomac über ein Tor an der Innenbrücke, bei Niedrigwasser öffnet sich dann ein Tor an der Außenbrücke und das Wasser strömt in den Kanal. In den Sommermonaten kann man in der Nähe der Außenbrücke Paddelboote mieten und auf den Tidal Basin herumpaddeln. Momentan wird an der Ecke des Tidal Basin zwischen West Potomac Park und FDR Memorial der Grundstein für das Martin Luther King Memorial gelegt. Voraussichtlich 2008 soll es dann eröffnet werden und Washington DC wäre wieder um eine Attraktion reicher. Nähern wir uns nun dem Franklin Delano Roosevelt Memorial. Zu Lebzeiten hatte FDR stets gesagt, er wünsche sich kein allzu großes und pompöses Denkmal. Das wurde erst einmal so respektiert, aber irgendwann hegte man in Washington doch den Wunsch, diesem Präsidenten ein ehrwürdiges Denkmal zu bauen. 1993 war es dann soweit, ein 7.5 Acre großes Memorial wurde der Öffentlichkeit preisgegeben, was nicht nur FDR als Person, sondern auch seine Amtszeit ehrt.
Roosevelt und sein Hund Fala
Das Memorial besteht aus vier verschiedenen offenen Räumen aus Granit, jeder Raum repräsentiert dabei eine Amtszeit Roosevelts. Es gibt unter anderem auch eine Statue von Roosevelt, die ihm im Rollstuhl zeigt. Diese wurde jedoch erst nachträglich dem Memorial zugefügt, da kritische Stimmen dazu drängten, den Präsidenten auch so darzustellen, zumal er ja an Kinderlähmung erkrankt war. So wurden Spendengelder für die knapp 1.6 Millionen Dollar teure Skulptur aufgetrieben und man installierte die Bronzestatue nachträglich.
Das
ganze Denkmal ist von unzähligen Wasserfällen und Kaskaden umgeben, die
von Raum zu Raum größer und komplexer werden, so wie die Aufgaben,
denen Roosevelt sich stellen musste. Das Wasser hat symbolischen
Charakter und stellt den Weltfrieden dar, den Roosevelt vor seinem Tod
erreichen wollte. Andere Skulpturen in dem parkähnlichen Gelände
stellen Szenen der Great Depression dar, jener Zeit, die Roosevelt mit
seinem New Deal neues Leben einhauchen wollte. The Four Freedoms
Wasserfälle bilden den Großteil des Memorials Info: Momentan wird zwischen dem FDR Memorial und der Independence Avenue das Martin Luther King Memorial gebaut, das aber erst frühestens im Jahre 2008 fertiggestellt sein wird. Grundsteinlegung war der 13.11.2006 und wurde mit einer Zeremonie gefeiert. Nicht
weit entfernt von hier und ebenfalls am Tidal Basin gelegen ist das
Jefferson Memorial. Dieses neoklassizistische Gebäude wurde von John
Pope entworfen und ehrt den dritten Präsidenten der USA und Autor der
Unabhängigkeitserklärung. Das Memorial bildet eine gerade Linie mit dem
Washington Memorial und dem White House und erinnert mit seiner
Architektur stark an das Pantheon in Rom. Das Gebäude, welches
hauptsächlich aus Marmor und Kalkstein besteht, wurde offiziell 1943
eingeweiht und zwar am 200. Geburtstag von Jefferson am 13.4. 1943.
Innen im Gebäude steht eine 6m hohe Bronzestatue von Jefferson, die vier Jahre nach der Fertigstellung hinzugefügt wurde und an den Wänden sind unzählige berühmte Zitate von Jefferson sowie Auszüge seines berühmtesten Werkes, der Unabhängigkeitserklärung. Die Statue von Jefferson selbst blickt vom Inneren des Memorial direkt zum White House hinüber. Damals gab es heftige Kritik, als man einige der Kirschbäume wegen des Memorial fällen musste, aber auch mit dem neoklassizistischen Design war man anfangs nicht einverstanden gewesen.
Das Memorial ist besonders zur Cherry Blossom wunderbar anzusehen und von den obersten Stufen hat man einen der besten Blicke auf die Südseite des White House.
Jefferson
Memorial
Ja, nachdem wir nun alle Memorials auf der National Mall besichtigt haben, wird es Zeit, wieder in die Innenstadt von Washington DC zurückzukehren. Denn auch rings um das White House gibt es so einiges zu entdecken. Vom Jefferson Memorial gehen wir nun auf der 15th St SW wieder nach Norden, zur White House Area und La Fayette Square und zur Ellipse südlich des White House, wo auch der National Christmas Tree steht. Viele der Touristen, die in den Bereich des White House kommen, gehen davon aus, das der Amtssitz des Präsidenten das eigentliche Highlight ist. Dem ist jedoch bei weitem nicht so. Der ganze Bereich drum herum ist von imposanter Architektur umgeben sowie Gebäuden, die einen geschichtsträchtigen Hintergrund haben. Wir wollen die ein oder andere Geschichte jetzt ein wenig aufdecken gehen und das Gebiet etwas genauer unter die Lupe nehmen. |