Death Valley National Park – ein Park der Extreme

 

Wenn man an das Death Valley denkt, dann denkt man sofort an einen unwirtschaftlichen Ort mit unglaublicher Hitze, Trockenheit und karger Landschaft. Nicht zu Unrecht, schliesslich ist es der heisseste, trockenste und tiefste Punkt der USA. Temperaturen von mehr als 50 Grad sind keine Seltenheit. Lebensfeindlich, karg und rauh, wo einem die gnadenlos vom Himmel brennende Sonne Hitzepfeile in den Ruecken bohrt, waehrend sie wie festgenagelt an einem Fleck haengt. Hier ueberleben nur die Staerksten und trotzen der Hitze.  Warum also sollte man solch einen ungastlichen Ort besuchen, der schon auf dem ersten Blick so lebensfeindlich und oede wirkt?

Trotz dieser harschen Umstaende ist es aber auch ein mystischer Ort. Ein Ort der ganz besonderen Klasse. Wo sonst kann man wandernde Steine sehen, Fische beobachten, die es nur an diesem einen Platz auf der Welt gibt? Sandduenen, die sich imposant aufgebaut haben. Und zu guter Letzt liegen nur wenige Meilen zwischen den schneebedeckten Gipfeln des Telescope Peak und dem tiefsten Punkt der USA, Badwater, wo die Temperaturen im Sommer nahezu unertraeglich werden koennen.

 

Das Death Valley ist ein gut 13.630km² grosser Park, der sich in Kalifornien,oestlich der Sierra Nevada befindet, und dort direkt an den Staat Nevada angrenzt .In Nevada selbst befindet sich nur ein verschwindend kleiner Teil des Parks. Gepraegt wird das Death Valley hauptsaechlich durch die Landschaft der Mojave Desert und so findet man auch hauptsaechlich den Tier-und Pflanzenbestand dieser Wuestengegend , die sich in California und Nevada befindet, hier vor. Eingebettet ist das Death Valley zwischen mehrere Gebirszuege, von denen die Panamint Range im Westen mit dem Telescope Peak und Wildrose Peak die hoehsten Berggipfel aufweist.

Auch geologisch ist es ein Park der Superlative, einige der aeltesten Felsformationen mit einem stattlichen Alter von 1,7 Milliarden Jahren findet man hier. Einst befand sich in dem Bereich, der jetzt Badwater ist, ein riesiger flacher See, Lake Manley. Nach der letzten Eiszeit allerzeit verdunstete immer mehr vom einstigen gut 120 Meilen langen See und zurueck blieb eine riesige Salzpfanne. Heutzutage befindet sich ein 550 Quadratmeilen grosser Bereich unterhalb des Meeresspiegels, dessen tiefster Punkt mit 85m unter dem Meeresspiegel bei Badwater befindet. Salzmarsche machen den Grossteil der unterhalb des Meerespiegels liegenden Bereiche aus, umgeben von unzaehligen trockenen Bachzulaeufen, die zu besonders regenreichen Jahren zu reissenden Fluessen werden koennen.

Waehrend des Goldrausches in Kalifornien im Jahre 1849 kamen die ersten Goldsucher und Siedler in diese Gegend, da sie eine Abkuerzung des Old Spanish Trails suchten und sich eher zufaellig hierher verirrten. Wochenlang suchten sie vergeblich einem Weg hinaus aus dem Tal, an dessen Seiten sich die Bergketten wie ueberdimensionale Waende gen Himmel reckten und ein Durchkommen nahezu aussichtslos machten. Wasser gab es anhand einiger Quellen, was somit ein Verdursten verhinderte. Doch sowohl das Vieh als auch die Teilnehmer der Gruppe waren nach der wochenlangen Odyssee erschoepft. So wurden die Wagen zurueckgelassen, einiges vom Vieh in der Not verspeist und man machte sich dann zu Fuss weiter auf dem Weg. Kaum, das sie das Tal dann verlassen hatten, drehte sich eine der Frauen um und verabschiedete sich erleichtert vom dem Tal, dem sie ihm den Namen Death Valley gab. Und den hat es bis heute beibehalten, auch wenn bei der Odyssee niemand gestorben war.

Jede Menge Edelmetalle wie Gold, Silber und Kupfer wurden hier abgebaut, davon zeugen die unzaehligen Minen, die im gesamten Park verstreut liegen und einige Ghost Towns wie Skidoo, Leadfield und Harriesburg. Neben dem Gold konnte man auch anderweitig zu Reichtum kommen, und zwar mit Borax. Nachdem im Jahre 1881 nahe der heutigen Furnace Creek Ranch Borax gefunden wurde, wurde das Death Valley fuer den kommerziellen Abbau von Borax genutzt. Man benoetigte Borax fuer die Seifenherstellung und fuer industrielle Zwecke. Das abgebaute Produkt wurde mehr als 165 Meilen weit zur naechsten Bahnstation gebracht. Dafuer nutzte man die sogenannten 20 Mule Team Waggons, die dafuer gut 30 Tage benoetigten. Ueberbleibsel dieser Mule Team Waggons kann man heutzutage an den Harmony Borax Works, gut 2 Meilen von der Furnace Creek Ranch entfernt begutachten.

 

Eine Art Tourismus startete schon sehr frueh zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als man ein paar Unterkuenfte an der Stelle errichtet, wo sich heute Stovepipe Wells befindet. Und schon 1927 wurden die Crew Quartiere der Pacific Coast Borax an der Furnace Creek Ranch in eine Art Resort umgewandelt. Im Laufe der Zeit wurde es ein beliebtes Winterziel.1933 wurde das Death Valley von Praesident Herbert Hoover zum National Monument ernannt, was schnell zur Schliessung der diversen Minen im Monument fuehrte. Doch schon im gleichen Jahr wurde ein Gesetz erlassen, das die Weiterfuehrung der Minen erlaubte. Einen entgueltigen Schlussstrich zog man erst 1976 mit dem Mining in the Parks Act, der es verbot, neue Claims abzustecken und vorhandene Minen nur auf einer limitierten Ebene weiterlaufen lief. Heutzutage gibt es nur noch eine aktive Mine im Park. 1984 wurde das Death Valley ein Biosphaere Reserve unter dem Schutz der UNESCO und dann schliesslich im Jahr 1994 unter Hinzufuegung von weiteren 5300km² zum National Park ernannt. Somit ist das Death Valley der groesste Nationalpark in den Lower 48 Staaten.

Obwohl gut 95% des Parks als Wilderness Area ausgezeichnet sind, wird der Park doch von vielen Besuchern frequentiert. Der Park hat fuer jeden etwas zu bieten. Wundervolle Ausblicke, einzigartige Landschaften, Wanderungen sowie ausgedehnte Touren mit einem Gelaendefahrzeug auf einsamen Pisten, die weit ins Hinterland fuehren. Ausserdem ist das Death Valley eines der Plaetze mit den dunkelsten Himmel der USA und eignet sich daher hervorragend, um Sterne anzuschauen. Der Himmel ist so klar, man kann ohne irgendein stoerendes Streulicht tausende von Sternen sowie die Milchstrasse ausmachen.

Nun werde ich einige der vielen Highlights im Park vorstellen, die fuer die Vielfaeltigkeit stehen, die das Death Valley ausmachen. Einige sind bequem von der Strasse aus zu erreichen, andere wiederum erfordern eine laengere Anfahrt auf unbefestigten Pisten sowie ein Allradfahrzeug.

 

Badwater

Der wohl bekannteste Punkt im Death Valley ist Badwater, 86m unterhalb des Meerespiegels gelegen und somit der tiefste Punkt der noerdlichen Hemisphaere. Badwater liegt in einer imposanten Salzpfanne, dem Badwater Basin und erstreckt sich ueber mehrere Meilen. Von Sueden her wird der Bereich vom Amargosa River gespeist, der den ganzen Bereich mit einem unterirdischen Wasser Reservoir versorgt. In ganz seltenen Faellen gibt es nach starken Regenfaellen soviel Wasser, dass sich ein temporaerer See bilden kann. Dies war im Winter 2004/2005 der Fall, als nach Rekordregenfaellen sogar Kajakfahren moeglich war.

Kajakfahren im Death Valley

Normalerweise befindet sich nur eine kleine Wasserstelle direkt am Parkplatz von Badwater, in dessen salzhaltigen Wasser sich wunderbar die Bergkette der Black Mountains spiegelt. Vom Parkplatz aus sollte man ruhig einen Blick auf die Bergkette riskieren, denn hoch oben wurde ein kleines Schild angebracht, wo man sich dann auf Meereshoehe befindet. Nahezu unvorstellbar, wie weit unter dem Meeresspiegel mal hier ist. Dabei ist der eigentlich tiefste Punkt noch gar nicht vom Parkplatz und dem Steg aus sichtbar. Dafuer muesste man ein ganzes Stueck weit hinaus auf die Salzpfanne wandern. Verlaesst man den Holzsteg mit dem beruehmten Hinweisschild, kann man auf einem gut ausgetretenen Weg hinaus auf die Salzflaeche laufen.

Die Salzkrusten unter den Fuessen knirschen dabei wie gefroreren Schnee. Teilweise kann man ganze Salzplatten ausmachen. Laeuft man noch weiter hinaus auf die Salzflaeche, kommt man zu einem interessanten Bereich, der aus grossen sechseckigen Strukturen aus Salzkristallen besteht. Diese sind besonders kurz nach Sonnenaufgang sehr fotogen und nehmen dann einen blaeulichen Schimmer an. Wie entstehen aber die Strukturen? Der Prozess ist ganz einfach. Nach Niederschlaegen und kurzfristiger Wasseransammlung in der Salzpfanne loest sich das Salz auf. Da die Verdunstung jedoch so hoch ist, sammeln sich die Salzkristalle anschliessend in dieser Form an.

Badwater selbt verfuegt ueber eine ganze Reihe an Parkplaetzen und einem Toilettenhaeuschen und man erreicht diesen Punkt ca. 17 Meilen, nachdem man von der Kreuzung mit der CA 190 auf die Badwater Road nach Sueden abgebogen ist.

Beste Tageszeit ist der Vormittag, da dann die Sonne noch nicht so fix ueber die Black Mountains geklettert ist. Am Spaetnachmittag wirkt der Bereich auch sehr interessant, allerdings sollte man die Sonne, die dann auf der Hoehe der Panamint Range steht, im Auge behalten. Um Gegenlichtaufnahmen zu dieser Tageszeit zu vermeiden, sollte man ein wenig auf die Salzflaeche hinauslaufen und dann mit der Sonne im Ruecken nach Osten fotografieren.

Devils Golf Course

Etwas noerdlich von Badwater liegt der sogenannte Devils Golf Course, ebenfalls eine grosse Salzpfanne, die sich allerdings durch eine rauhe und zerklueftete Oberflaeche von Badwater unterscheidet. Die scharfkantige und zerklueftete Oberflaeche besteht aus grossen Salzkritallen. Vor 2000 Jahren bedeckte ein grosser, gut 9m tiefer See die gesamte Flaeche, die wir heute als Devils Golf Course kennen. Nach und nach begann der See dann auszutrocknen, es bildeten sich dicke Salzschichten, die sich je nach Witterung immer weiter ausdehnten. Durch die extreme Hitze und vollstaendigen Fehlen saemtlicher Luftfeuchtigkeit wurde jegliche Feuchitgkeit von den Salzschichten nahezu ausgesaugt. Das wiederum fuehrte dazu, das sich die salzigen Ueberbleibsel in die scharfkantigen, rauhen und spitzen Strukturen verwandelte, die man heute hier vorfindet. Und wenn man ganz genau hinhoert, kann man den Prozess auch wahrnehmen. Denn unter den Fuessen knistert und knackt es manchmal ganz ordentlich, verursacht durch die Reibung der ganzen Salzkoernchen. Ein wahrlich unglaublicher Ort, den man so gar nicht vermuten wuerde.

Man erreicht den Devils Golf Course ueber die Badwater Road, gut 14 Meilen von der Furnace Creek Ranch entfernt. Von Norden aus kommend biegt man dann nach rechts auf eine gut gegradente Dirtroad ab, der man nun fuer 1.3 Meilen bis zu einer Sackgasse folgt. Hier parkt man nun den Wagen. Diese kurze ungeteerte Strecke sollte bei absoluter Trockenheit auch mit jedem normalen Mietwagen machbar sein.

Nun kann man ein wenig auf die harten Salzkrusten hinauslaufen. Aber Vorsicht ist geboten, die ganzen Gebilde sind fuerchterlich scharf und wuerden bei einem Sturz zu boesen Verletzungen fuehren.

 

Artist Drive

Ein absolutes Must-Do ist der Artist Drive, ein Rundweg, der einem durch etliche geologische Epochen fuehrt und mit immer neuen und unglaublichen Ausblicken beeindruckt. Fuer mich ist der Artist Drive eines der Highlights im Park, das man auf keinen Fall auslassen sollte. Waehrend der Fahrt, die einem immer weiter in die Black Mountains und dessen breites Farbspektrum fuehrt, wird einem erst so richtig bewusst, wie lebendig und farbig die Umstrukturierung der einzelnen Gesteinsschichten doch ist. Mutter Natur hat hier wahre Meisterwerke vollbracht. Rote, pinke, gruene, braune und graue Felsen grinsen einem froehlich entgegen und ersetzen auf die Art und Weise die nahezu vegetationslose Ecke.  Und mit jeder Kurve dringt man weiter in dieses farbenfrohe Gewirr ein. Fotostopps sind hier unablaesslich und etliche Parkbuchten ermoeglichen das natuerlich auch.

Nach gut 2 Meilen Fahrt erreicht man einen Wash, der sich tief in die Landschaft eingegraben hat. Mit jedem kraeftigen Regenschauer wird mehr Wasser von den Bergen in den Wash gedrueckt, der sich dadurch immer tiefer in die Landschaft eingraebt.

Die Strecke wird immer schmaler und kurvenreicher, spaetestens jetzt wird verstaendlich, warum die Strecke nur als One-Way gefahren werden darf. Und auch das Landschaftsbild nimmt immer dramatischere Formen an, dessen Hoehepunkt dann mit der Artist's Palette erreicht ist. Hier fuehrt ein kleiner Weg auf der rechten Seite zu einem Parkplatz ab und man taucht ein in ein Wunderland aus Farben und Felsen. Besonders eindrucksvoll ist diese Ecke am Spaetnachmittag, wenn die tiefstehende Sonne den bunten Felsen eine noch intensivere Farbe gibt.Ein Traum fuer jden Fotografen. Hier kann man ruhig ein wenig Zeit verbringen, dem kleinen Pfad in die Felspalette folgen und ein wenig herumstoebern.

Am Ende der Strecke windet sich die Strasse zwischen etlichen Huegeln aus Sand, einzelnen Felsbrocken und Schutt hindurch, die gerade am Spaetnachmittag eine schoene goldene Farbe bekommen koennen. Nach insgesamt 9 Meilen Fahrt erreicht man dann wieder die Badwater Road.

Um den Artist Drive zu erreichen, faehrt man von der Furnace Creek Ranch aus gut 11 Meilen weit nach Sueden, auf die Badwater Road. Nach gut 9.7 Meilen nach der Kreuzung mit der SR 190 kommt auf der linken Seite ein schlichtes Hinweisschild aus Holz, hier biegt man ab. Fuer den Artist Drive sollte man etwa eine Stunde rechnen, bei ausgedehnten Fotostopps noch laenger.

Die beste Tageszeit ist hier der Spaetnachmittag, da dann die diversen farbigen Felsen ganz besonders intenviv zu leuchten beginnen.

 

Mushroom Rock

ein weiteres kleines Highlight direkt am Wegesrand ist der bizarr erscheinende Mushroom Rock, der wie ein Hoodoo ausschaut. Wind und Wetter haben im Laufe der Zeit zu dessen heutigen Form gefuehrt. Zu finden ist der Mushroom Rock allerdings nicht so leicht, da er nicht besonders gross ist. Man faehrt wiederum von der Furnace Creek Ranch aus nach Sueden, bis man gut eine Meile, bevor der Artist Drive wieder auf die Strasse trifft, ein Areal mit Basalt Gestein erreicht. Hier heisst es nun, auf der linken Seite gut aufzupassen. Das Auto kann man einfach fix am Strassenrand parken, Optimale Zeit fuer den Mushroom Rock ist der Vormittag, da man dann die Sonne im Ruecken hat und den Hoodoo nach Westen fotografieren kann.

 

Golden Canyon

eine Moeglichkeit, um einmal etwas in die einzigartige Landschaft des Death Valley einzudringen, ist der kurze Hike in den Golden Canyon. Auf diesen einfachen Hike in den farbenpraechtigen Canyon hinein, der zu den schoensten im Park gehoert, taucht man in eine ganz einzigartige Welt aus farbigen Felsen ein. Der Name des Canyons kommt also nicht von irgendwo her. Unzaehlige reissende Fluten haben im Laufe der Zeit den Canyon so geformt, wie er sich heutzutage praesentiert. Es ist nahezu unvorstellbar, welche Kraft das Wasser dabei haben muss. Selbst riesige Felsbrocken werden dabei gen Canyonausgang geschoben.

 

Gleich zu Beginn des Trails entdeckt man eine Abbruchkante und etwas, das aussieht wie ein Stueck Aspalt. Aber Asphalt hier im Canyon? Frueher gab es hier eine einfache Stichstrasse, doch ein Unwetter mit einer anschliessenden Flash Flood im Jahre 1976 hatte die Strasse innerhalb kuerzester Zeit weggespuelt. Und wenn man den Blick ein wenig an den Canyonwaenden entlangschweifen laesst, kann man sehr gut die ausgewaschenen Spuren sehen, die das Wasser auf seinen Weg ins Tal immer wieder hinterlaesst. Je weiter man auf dem Schotterweg in den Canyon hineingeht, umso eindrucksvoller wird die Landschaft. Scharfkantige Felsspitzen, hoch emporragende Canyonwaende in den unterschiedlichsten Rot, Orange und Cremetoenen, ein toller Anblick. Und gerade am Spaetnachmittag scheinen die Felswaende noch intensiver zu erstrahlen. Immer wieder gibt es kleine nummerierte Schilder entlang des Trails. Diese weisen auf besondere Ecken im Canyon hin und eine Infobroschuere zu dieser Self-Guided Tour dazu bekommt man am Parkplatz kurz vor dem Eingang in den Canyon.

 

Am Ende des Trails fuehrt noch ein kurzer Seitenweg ab zur sogenannten Red Cathedral. Rote Felsklippen dominieren hier ploetzlich gegenueber dem gelben Ton im restlichen Teils des Canyons, der gerade kurz vor Sonnenuntergang so richtig zu gluehen beginnt. Von hier aus hat man noch die Moeglichkeit, 2.5 weitere Meilen bis zum Zabriskie Point zu laufen. Allerdings waere es bei dieser Variante sinnvoll, einen Shuttle zu haben, der einem wieder zurueck zum Ausgangspunkt am Golden Canyon bringt.

 

Die beste Tageszeit fuer den Golden Canyon ist auch hier der Nachmittag. Allerdings sollte man nicht zu spaet aufbrechen, da sonst grosse Teile der Canyonwaende schon im Schatten liegen und das Farbenspiel nicht mehr so intensiv zur Geltung kommt. Ebenfalls ist die Red Cathedral etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang am beeindruckensten. Also kurz bevor die Sonne hinter den Panamint Mountains verschwindet. Bei unserem Besuch waren wir schon einen Tick zu spaet dran und grosse Teile des Canyon lagen schon im Schatten. Absolut notwenig fuer die Wanderung ist ein ausreichender Vorrat an Fluessigkeit. Es gibt keinerlei Moeglichkeit, seine Vorrate wieder aufzufuellen. Und selbst wenn die Canyonwaende vor der gleissenden Sonne schuetzen, sie heizen sich wahnsinnig auf und man hat sehr bald das Gefuehl, in einem Glutofen herumzuwandern.Von daher – 2-3 Liter Fluessigkeit mitnehmen.

Den Golden Canyon erreicht man von der Furnace Creek Ranch aus kommend wieder ueber die Badwater Road. Gut zwei Meilen nach dem Abzweig mit der CA 190 kommt auf der linken Seite ein Hinweisschild, das zum Parkplatz des Golden Canyon fuehrt. Hier befindet sich auch ein Toilettenhaeuschen sowie eine Infotafel und Infomaterial fuer den Interpretative Trail.

 

Weitere Infos:

Golden Canyon Trail Guide

 

Zabriskie Point

eines der bekanntesten und faszinierendsten Plaetze zugleich ist der Zabriskie Point. Der Blick von dort auf die zerklueftenen Badlands ist einfach mit nichts im Park zu vergleichen. So ist es auch nicht verwunderlich, das sich taeglich ganze Busladungen mit Touristen den kleinen Huegel hinauf zum Viewpoint quaelen. Sand, Schlamm und Geroell haben hier zusammen mit Eisenablagerungen zu den gelben, beigefarbenen und braunen Farbtoenen gefuehrt, dem gegenueber stehen die gruenen und grauen Farbvarianten, die durch vulkanische Asche entstanden ist. Und je nachdem, wie das Licht einfaellt, bekommt dieser Platz eine ganz besondere Dramatik. Wie viele andere Plaetze hier im Park ist der Zabriskie Point ueber einem langen Zeitraum entstanden. Erosion sowie Wind und Wetter haben dann den Rest dazu getan und die Badlands weiter geformt und zu dieser bizarr wirkenden Landschaft geformt.Hier gedeiht nahezu nichts. Kein Strauch ist auszumachen, keinerlei Vegetation, nur knochentrockene Erde. Und doch uebt dieser Ort eine nahezu magische Faszination auf die unzaehligen Besucher aus.

 

Ueber die beste Tageszeit fuer einen Besuch allerdings kann man keine richtige Empfehlung geben. Sowohl am Vormittag als auch am Spaetnachmittag ist der Zabriskie Point sehenswert. Wobei der fruehe Vormittag, kurz nach Sonnenaufgang noch die dramatischten Farben und Stimmungen hervorbringt. Vorteil ist ausserdem, das man die Sonne im Ruecken hat, da der Aussichtspunkt am Zabriskie Point zum Grossteil nach Westen gerichtet ist. Der Spaetnachmittag bringt ein paar schoene Stimmungen hervor, aber es ist keineswegs eine reine Sunset Location. Dafuer ist die Sonne viel zu fix hinter den Panamint Mountains verschwunden und die Badlands werden nur sehr wenig angeleuchtet.

 

Von der Furnace Creek Ranch aus faehrt man auf dem Highway 190 nach Sueden, bis man nach gut 1.3 Meilen an eine Kreuzung kommt. Hier fuehrt die Badwater Road nach rechts ab, doch dieses Mal geht es geradeaus weiter und man faehrt auf der CA 190 fuer weitere 3.5 Meilen, bis auf der rechten Seite ein grosser Parkplatz auftaucht. Hier wird das Auto geparkt und man nimmt den kurzen, aber recht steilen Pfad hinauf bis zum Aussichtspunkt. Am Parkplatz befindet sich ebenfalls ein Toilettenhaeuschen.

 

Dante's View

Der Blick von Dante's View ist einfach nur ueberwaeltigend. Man kann es eigentlich gar nicht wirklich in Worten beschreiben, man mus es sehen. Vom Aussichtspunkt hier oben geniesst man einen aussergewoehnlichen Blick und kann meilenweit blicken. 1700 Meter unter einem blickt man auf das riesige Badwater Basin, dessen Salzpfannen sich nach Norden und Sueden scheinbar fuer Meilen hinzuziehen scheinen. Und auf der gegenueberliegenden Seite, in den Panamint Range, erhebt sich imposant der Telescope Peak, sowie der Wildrose Peak und Tuki Mountain. An ganz besonders klaren Wintertagen kann man sogar bis zum etwa 70 Meilen entfernt liegenden Mount Whitney in der Sierra Nevada blicken. Das wiederum ist wirklich ein Seltenheitswert. Wo sonst kann man den hoechsten und niedrigsten Punkt der Lower 48 Staaten auf einmal sehen?


Bei diesem Anblick vergisst man sogar, das es hier oben merklich kaelter geworden ist und haeufig ein ordentlicher Wind blaest. Gersde im Sommer ist dies ein hervorragender Platz, um fuer ein Weilchen der Hitze in den tiefergelegenen Ecken des Parks zu entfliehen. Ebenso findet man hier oben eine voellig andere Vegetation vor. Mormon Tea und Sagebrush sind hier in grosser Anzahl anzutreffen. Dante's View ist ein schoener Platz, um ein wenig umherzulaufen und das langgezogene Tal des Death Valley aus dieser Perspektive zu betrachten.

 

Vom Parkplatz aus fuehrt auch ein kurzer, etwa eine halbe Meile langer Trail am Rand entlang zum sogenannten Dante's Point. Wenn man hier steht und sich diese unsagbare Weite unter und vor einem auftut, kommt man sich auf einmal sehr klein vor. Vor allem kann man von hier aus nun einen Blick auf die Black Mountains und dessen farbiges Felsrelief, hervorgerufen durch unzaehlige Lichen, werfen.

Dante's View ist eine reine Morgen Location, da die Luft dann noch klar ist und kein Dunst die Sicht verschleiert. Ausserdem hat man dann die Sonne im Ruecken.

Um zu Dante's View zu gelangen, faehrt man von der Furnace Creeck Ranch aus wieder auf den Highway 190, und diesen dann gut 12 Meilen in suedoestlicher Richtung weiter. Auf der rechten Seite kommt dann ein gut sichtbares Hinweisschild, das zur Dante's View Road fuehrt. Diese faehrt man nun fuer weitere 13 Meilen weiter. Schon sehr schnell verengt sich die Strasse und fuehrt in unzaehligen Kurven und eng verlaufenden Serpentinen teilweise sehr steil hinauf. Gerade im Sommer kann dies schnell zur Ueberhitzung des Wagens fuehren. Ein Radiator mit Wasser befindet sich aber auf der Strecke nach oben. Gut 0.75 Meilen vor dem eigentlichen Parkplatz am Dante's View gibt es noch eine kleine Parkgelegenheit mit einem Toilettenhaeuschen.

Salt Creek

Folgt man dem Highway 190 von der Furnace Creek Ranch nach Norden, kommt man nach einer Weile auf der linken Seite an einem Abzweig vorbei. Dieser fuehrt auf einer Gravelroad zum Salt Creek. Der Grossteil des Bachlaufes ist an der Oberflaeche total trocken, aber hier findet man kleine Pools, teilweise sogar fliessendes Wasser und ein unwahrscheinlich gruenes Marshland, gespeist vom Wasser aus dem Creek. Vom grosszuegig angelegten Parkplatz fuehrt ein Holzsteg ueber das Feuchtgebiet, das eine ganz besondere Tierspezies beheimatet: Der Death Valley Pupfish. Die winzigen, gut 2 Inch grossen Fischchen haben diese unwirtliche Umgebung als ihre Heimat auserkoren. Kein anderer Fisch wuerde in dieser salzigen Umgebung ueberleben. Die Pupfish sind Ueberbleibsel aus jener Zeit vor mehr als 20.000 Jahren, als Lake Manley noch den groessten Teil des Death Valley bedeckte. Obwohl es in der Mojave und Sonora Desert noch einige Orte mit Desert Pupfish gibt, so ist dieser Ort mit dem Death Valley Pupfish einzigartig. Nirgendwo sonst kann man diese Spezies bewundern. Die beste Zeit, um die Pupfish zu besichtigen, ist im Fruehjahr. Im Winter wandern sie in waermer gelegene Areale des Salt Creek.

Der Holzsteg selbst fuehrt auf einem 0.5 Meilen langen Rundweg am Salt Creek entlang, an dessen Ufer unzaehlige Salzgraeser wachsen. Eine keineswegs langweilige Ecke.

 

Scotty's Castle

Ein Castle mitten im Death Valley? Das klingt aber wirklich interessant. Wenn enug Zeit vorhanden ist, sollte man sich das Castle einmal selbst ansehen. Um zum Castle zu gelangen, faehrt man von der Furnace Creek Ranch aus fuer gut 18 Meilen nach Norden, bis man die Kreuzung mit dem Highway 374 erreicht. Diesen folgt man nun fuer weitere 33 Meilen. Entlang der Strecke allerdings laedt die einzigartige Landschaft und die sehr fotogenen Grapevine Mountains immer wieder zu Fotostopps ein.

 

Kurz nach der Grapevine Rangerstation kommt ein weiterer Abzweig, hier faehrt man nun nach rechts weiter. Weitere 3 Meilen sind es nun noch bis zum Castle und je naeher man diesem kommst, umso gruener wird es hier. Faszinierend. Und dann steht man ploetzlich vor einen riesigen Parkplatz, der mit unzaehligen Palmen bewachsen ist. Ein kleiner Bachlauf fuehrt hier vorbei, einer der vielen Wasserquellen hier im Grapevine Canyon. Dieser fuehrt dazu, das sich gerne Koyoten an dessen verlauf und bei den schattenspendenden Palme aufhalten. Und es ist gar nicht mal so ungewoehnlich, auch einen zu Gesicht zu bekommen. Aber auch hier gilt die Devise: Fuettern und Anfassen strengstens verboten!!! Man sollte sich aus Ruecksicht auf die Tiere auch wirklich daran halten.

 

Und dann steht vor dem zweistoeckigen Scottys's Castle, gebaut im Stil einer spanischen Villa. Sowas erwartet man hier irgendwie nicht wirklich. Die Idee mit dem Castle geht bis ins Jahr 1904 zurueck, als Walter E. Scott, ein Cowboy und Miner, den Millionaer Albert Johnson aus Chicago davon ueberzeugte, sein Vorhaben zu finanzieren, nach Gold aus einer Mine im Death Valley zu suchen. Scotty zeigte ihm auch eindrucksvoll Gold, allerdings vergass er dabei zu erwaehnen, das es von seiner Frau stammte, die es in Colorado gekauft hatte. Der Gold Nugget ueberzeugte Johnson, das Vorhaben zu unterstuetzen, doch wollte er die Mine eigentlich fuer sich selbst haben. Er begleitete Scotty ins Death Valley und reiste mit ihm durch die Wueste und lauschte voller Interesse den Geschichten, die Scotty zu berichten hatte. Johnson selbst  stellte bald fest, das es kein Gold gab. Aber da sich durch den Aufenthalt seine angeschlagene Gesundheit um ein Vielfaches verbesserte, vergab er Scotty. So begann eine lebenslange Freundschaft und der Beginn von Scotty's Castle.

Im Jahre 1922 begannen dann die Bauarbeiten an der Death Valley Ranch, dem eigentlichen Namen des Anwesens, nachdem Johnson das gut 6km² grosse Grundstueck gekauft hatte und im Laufe der Zeit gut 2.5 Millionen Dollar darin investierte. Der Boersencrash von 1929 verhinderte vorerst den Weiterbau, sowie diverse Unstimmigkeiten mit dem Grundstueck im Jahre 1930, als das Death Valley National Monument wurde und man dessen Grenzen festlegte. Das ganze Bauvorhaben wurde dann im Jahre 1933 stillgelegt, als die Versicherungsfirma von Johnson pleite ging. Nachdem Johnsons Frau Bessie 1947 gestorben war und er selbst auch nicht bester Gesundheit war, gab er das Anwesen zum Verkauf frei. Das allerdings schlug fehl und es wurde der Gospel Foundation of California vermacht. Im Jahre 1970 kaufte der National Park Service das Anwesen.

Betritt man nun das Anwesen, ist man voellig von dessen Groesse beeindruckt. Acht verschiedene Gebauede gibt es zu betrachten, wobei das Hauptgebaeude mit seinem wunderbaren Innenhof eine wahre Augenweide ist. Nicht zu verachten ist auch der schicke Brunnen vor dem Hauptgebaeude. Es gibt auch ein eigenes Kraftwerk hier im Castle. Man nutzte dazu mit einer Turbine die Wasserkraft aus der Quelle der Grapevine Spring. Als dies nicht mehr ausreichte, wurden Dieselgeneratoren hinzugefuegt. Auf dem Rundgang durch das Castle kann man unter anderem den nie fertiggestellten Swimming Pool besichtigen, diverse Nebengebauede und einen Turm mit Wendeltreppe.

 

Im kleinen Visitor Center vor Ort bietet der NPS eine 50 minuetige Tour durch das Anwesen an. Die Touren finden das ganze Jahr ueber statt und Infobroschueren gibt es in allen gaengigen Sprachen.  Auf dem Gelaende befinden sich ebenfalls Toiletten. Gab es frueher noch eine Moeglichkeit, hier zu tanken, ist das seit einiger Zeit nicht mehr moeglich. Die naechsten Tankgelegenheiten befinden sich entweder in Beatty, Nevada oder in Stovepipe Wells und bei der Furnace Creek Ranch im Park selbst

 

Infos:

Winter und Fruehjahr: Touren von 9:00am-5:00pm

Sommer: Touren von 9:30am-4:00pm

Tickets: 11$ Erwachsene, 9$Senioren und 6$ Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre

 

Web: http://www.nps.gov/deva/historyculture/house-tour.htm

 

Ubehebe Crater

ein weiteres durchaus lohnenswertes Ziel in der Naehe von Scottys's Castle ist der Ubehebe Crater. Dieser rund 3000 Jahre alte Krater ist einer von vielen in diesem Teil des National Parks. Das Magma stieg auf und traf nahe der Erdoberflaeche auf Grundwasser, welches dann explosionsartig verdampfte. Diese Art von Crater werden Maar genannt. Schon die Anreise auf der Zufahrtsstrasse zum Ubehebe Crater ist eine Fahrt in eine voellig andere Welt. Grauschwarze Asche bedeckt den Boden ueber etliche Meilen und die einzelnen Buesche und Straeucher wirkten dabei wie bleiche Geister.

 

Mit den Last Chance Mountains im Hintergrund bietet der Ubehebe Crater ein schoenes Fotomotiv, besonders am fruehen Morgen und am Spaetnachmittag ein lohnenswertes Ziel. Vom grosszuegig angelegten Parkplatz fuehrt ein sehr steiler Trail hinein in den Crater, aber selbst ein Spaziergang entlang des Craterrandes ermoeglicht schoene Einblicke auf die unterschiedlichen Fels und Sedimentschichten im Crater. In dem lockeren Untergrund wachsen Creosote Buesche, Sandpaper Buesche und Desert Hollies. Nicht zu verachten sind die starken Winde, die hier nahezu das ganze Jahr ueber wehen. Windgeschwindigkeiten mit mehr als 50 Meilen die Stunde sind keine Seltenheit.

 

Von der Furnace Creek Ranch aus faehrt man fuer gut 19 Meilen auf der CA 190 nach Norden und biegt dann auf die CA 374 Tichtung Scotty's Castle ab. Diesem Highway folgt man fuer 33 Meilen bis zur Grapevine Ranger Station. Direkt nach der Rangerstation haelt man sich links und faehrt weitere 5 Meilen bis zum Parkplatz am Crater.